Besiegelt

Biosiegel kennzeichnen Lebensmittel aus ökologischem Landbau. Die bekanntesten Biosiegel in Deutschland sind das EU-Biosiegel und die Siegel der Anbauverbände Demeter, Bioland und Naturland. Diese Station vergleicht den konventionellen Anbau mit dem EU-Biosiegel und einem deutschen Verbandssiegel anhand ausgewählter Aspekte.

Weiter unten findest du sechs Themenbereiche aus der Produktion von Lebensmitteln mit Vergleichen.

Erlaubt oder Verboten?

Welche Aussage würdest du dem konventionellen Anbau, dem EU-Biosiegel und welche den Verbandssiegeln zuordnen? Drehe die Kärtchen unter den jeweiligen Themenbereichen um und schau, ob du richtig getippt hast.

Chemisch-synthetischer Stickstoffdünger

Im Boden befindet sich eine natürliche Menge an Stickstoff (N), der ein wichtiger Bestandteil aller lebenden Organismen ist. Um das Wachstum von Pflanzen zu unterstützen, setzt die Landwirtschaft daher Düngemittel mit zusätzlichem Stickstoff ein. Mikroorganismen verwandeln einen Teil des Stickstoffs in Lachgas (N²O), ein Treibhausgas. Befindet sich eine höhere Menge von Stickstoff im Boden als von der Natur vorgesehen, entweicht mehr Lachgas und gerät in die Atmosphäre. Die Herstellung von synthetischen Düngemitteln ist zudem sehr energieaufwendig, was mit Treibhausgas-Emission verbunden ist.

Verboten

Nur organischer Dünger ist erlaubt.

Die Gesamtstickstoffdüngermenge aus organischem Dünger darf 112 kg / Hektar / Jahr nicht überschreiten.

Verbands-

siegel

Verboten

Nur organischer Dünger ist erlaubt.

Keine Begrenzung der Gesamtstickstoffdüngermenge.

Nur der Eintrag von Stickstoff aus Wirtschaftsdünger (tierische Exkremente) ist auf max. 170 kg / Hektar / Jahr begrenzt.

EU-

Biosiegel

Erlaubt

Keine Begrenzung der Gesamtstickstoffdüngermenge

Nur der Eintrag von Stickstoff aus Wirtschaftsdünger (tierische Exkremente) ist auf max. 170 kg / Hektar / Jahr begrenzt.

Konven-

tioneller

Anbau

Synthetische Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel schützen vor Schädlingen, vernichten unerwünschte Pflanzenteile, regulieren das Wachstum oder konservieren Pflanzenerzeugnisse. Dabei werden jedoch auch Nützlinge beeinträchtigt. Eine ungeeignete Anwendung, eine zu hohe Menge, Regen und Wind können außerdem dazu führen, dass sich das Pflanzenschutzmittel auch auf andere Pflanzen auswirkt, für die es eigentlich nicht vorgesehen ist. Dies kann zu einer Einschränkung der Artenvielfalt führen. Zudem können Pflanzenschutzmittel in das Grundwasser gelangen.

Verboten

Der Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln ist nicht erlaubt.

Verbands-

siegel

Verboten

Synthetische Pflanzenschutzmittel dürfen nur gegen Schädlinge in Fallen mit spezifischen Lockmitteln eingesetzt werden.

EU-

Biosiegel

Erlaubt

Synthetische Pflanzenschutzmittel dürfen grundsätzlich eingesetzt werden.

Konven-

tioneller

Anbau

Konventionelles Mischfutter

Tiere erhalten nicht nur Futter vom eigenen Hof, es ist auch erlaubt, Futter von externen Quellen hinzuzukaufen. Hier wird aber zwischen konventionellem und ökologischem Futter unterschieden. Zu den Zutaten des konventionellen Futtermittels gehören u.a. Soja aus den USA, Brasilien und Argentinien. Bis zu 80 % des weltweit produzierten Sojas wird zu Schrot für Futtermittel verarbeitet.Hinzu kommt, dass Fleisch, Eier und Milch von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden, derzeit nicht gekennzeichnet werden müssen!

Verboten

Grundsätzlich darf konventionelles Mischfutter nicht eingesetzt werden.

Ausnahme: Bei Schweinen und Geflügel sind eiweißreiche konventionelle Futterzutaten wie Soja erlaubt, sofern diese nicht in Bio-Qualität verfügbar sind.

Verbands-

Siegel

Verboten

Grundsätzlich darf konventionelles Mischfutter nicht eingesetzt werden.

Ausnahme: Wenn Bio-Futtermittel nicht verfügbar ist, darf konventionelles zum Einsatz kommen.

EU-

Biosiegel

Erlaubt

Konventionelles Mischfutter darf grundsätzlich eingesetzt werden.

Konven-

tioneller

Anbau

Artgerechte Tierhaltung

Im Gegensatz zur Massentierhaltung passt sich eine artgerechte Tierhaltung an die natürlichen Verhaltensweisen der Tiere an. Das umfasst ausreichend Platz für jedes Tier, separate Bereiche für Fütterung, Koten und Liegen sowie ein gutes Stallklima. Es ist von Vorteil, wenn Verkauf und Schlachtung möglichst nah am Hof stattfinden, da die Tiere beim Transport unter Erschöpfung, Austrocknung und Stress leiden.Deutschlandweit gelten grundsätzliche Regelungen und Mindeststandards zur Tierhaltung, unabhängig von Siegeln.

Zucht- u. Mastrinder haben eine Gesamtfläche von mind. 8,7 qm / Tier.

Weidegang ist im Sommer vorgeschrieben.

Transportwege sind nur bis max. 200 km Entfernung und einer Dauer von max. 4 Stunden erlaubt.

Verbands-

siegel

Zucht- u. Mastrinder haben eine Gesamtfläche von mind. 8,7 qm / Tier. Weidegang ist nach Verfügbarkeit vorgeschrieben.

Die Dauer von Tiertransporten muss möglichst kurz gehalten werden (< 8 St.). Die EU-Ökoverordnung folgt der EU-Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport.

EU-

Biosiegel

Für Zucht- und Mastrinder besteht keine Regelung zu Mindestfläche und Weidegang.

Die Anbindehaltung ist erlaubt.

Für Transporte, die über 8 Stunden hinausgehen, sind gemäß der EUVerordnung über den Schutz von Tieren beim Transport weitere Regeln zu beachten.

Konven-

tioneller

Anbau

Synthetische Lebensmittelzusatzstoffe

Die Industrie versieht Lebensmittel mit Zusatzstoffen, um Struktur, Geschmack, Farbe, chemische und mikrobiologische Haltbarkeit zu beeinflussen. Das kann den Gebrauchsund Nährwert steigern bzw. sorgt für eine störungsfreie Produktion. Sowohl synthetische als auch natürliche Zusatzstoffe können bei der Produktion von verarbeiteten Lebensmitteln zum Einsatz kommen.

Verboten

Synthetische Zusatzstoffe sind verboten.

Es gibt knapp über 20 natürliche Zusatzstoffe, die erlaubt sind.

Verbands-

siegel

Verboten

Synthetische Zusatzstoffe sind verboten.

Es gibt knapp über 50 natürliche Zusatzstoffe, die erlaubt sind.

EU-

Biosiegel

Erlaubt

Es gibt über 300 synthetische und natürliche Zusatzstoffe, die erlaubt sind.

Konven-

tioneller

Anbau

Beheizung von Gewächshäusern

Das Beheizen von Gewächshäusern ist generell erlaubt. Nur die deutschen Verbandssiegel geben Regelungen vor.

Verboten

Gewächshäuser dürfen nur in Ausnahmefällen beheizt werden. Für Jungpflanzen- und Topfkräuteranzucht jedoch gilt diese Einschränkung nicht.

Energiesparende Heiztechniken und eine umweltfreundliche Energieerzeugung werden empfohlen.

Verbands-

siegel

Erlaubt

Keine Regelungen.

EU-

Biosiegel

Erlaubt

Keine Regelungen.

Konven-

tioneller

Anbau

Besiegelt

Organic food labels identify food derived from organic farming. The best-known organic food labels in Germany are from the European Union (EU) and from the farming associations „Demeter,“ „Bioland“ and „Naturland.“ This station compares conventional farming with the EU label and a German association food label on the basis of the six selected aspects further below.

Allowed or Prohibited?

Which description would you assign to conventional farming, the EU organic label or the German association label? Turn over the cards under the respective topics around and find out if you guessed correctly.

Chemical Synthetic Nitrogen Fertiliser

The soil contains a natural amount of nitrogen (N), which is an important component of all living organisms. To support the growth of plants, agriculture therefore implements fertilisers with additional nitrogen. Microorganisms convert some of the nitrogen into nitrous oxide (N²O), a greenhouse gas. If there is a higher amount of nitrogen in the soil than nature intended, more nitrous oxide escapes and enters the atmosphere. The production of synthetic fertilisers is also very energy-intensive, which in turn causes greenhouse gas emissions.

Prohibited

Only organic fertiliser is allowed.

The total amount of nitrogen fertiliser from organic fertiliser must not exceed 112 kg / hectare / year.

FARMING

ASSOCIATION

LABEL

Prohibited

Only organic fertiliser is allowed.

No limit on the total amount of nitrogen fertiliser.

Only the input of nitrogen from farm manure is limited to max. 170 kg / hectare / year.

EU

ORGANIC

LABEL

Allowed

No limit on the total amount of nitrogen fertiliser.

Only the input of nitrogen from farm manure is limited to max. 170 kg / hectare / year.

CONVENTIONAL

FARMING

SYNTHETIC PESTICIDES

Pesticides protect against pests, destroy unwanted plant parts, regulate growth or preserve plant products. However, beneficial insects are also affected in the process. Inappropriate application, excessive amounts, rain and wind can also cause the pesticide to affect other plants for which it is not actually intended. This can lead to a reduction in biodiversity. In addition, pesticides can infiltrate the groundwater.

Prohibited

The use of pesticides is not permitted.

FARMING

ASSOCIATION

LABEL

Prohibited

Synthetic Pesticides may only be used against pests in traps with specific attractants.

EU

ORGANIC

LABEL

Allowed

Pesticides may be principally used.

CONVENTIONAL

FARMING

CONVENTIONAL MIXED FEED

Animals not only receive feed from their own farm, it is also permitted to purchase feed from external sources. Here, however, a distinction is made between conventional and organic feed. The ingredients of conventional feed include soy from the USA, Brazil and Argentina. Up to 80 % of the soy produced worldwide is processed into meal for animal feed. In addition, meat, eggs and milk from animals fed with genetically modified feed currently do not have to be labelled!

Prohibited

In principle, conventional mixed feed is not permitted.

Exception: For pigs and poultry, high-protein conventional feed ingredients such as soy are allowed, provided they are not available in organic quality.

FARMING

ASSOCIATION

LABEL

Prohibited

In principle, conventional mixed feed is not permitted.

Exception: If organic feed is not available, conventional feed may be used.

EU

ORGANIC

LABEL

Allowed

Conventional mixed feed may be principally used.

CONVENTIONAL

FARMING

ANIMAL WELFARE

In contrast to mass animal husbandry, species-appropriate animal husbandry adapts to the animals‘ natural behaviour. This includes sufficient space for each animal, separate areas for feeding, defecating and lying down, as well as a good climate in the stable. It is advantageous if sales and slaughtering take place as close to the farm as possible, as the animals suffer from exhaustion, dehydration and stress during transport. Basic regulations and minimum standards for animal husbandry apply throughout Germany, regardless of labels.

Cattle for breeding and beef have a total area of at least 8.7 sqm / animal.

Grazing is compulsory in summer.

Transportation is only permitted up to a max. distance of 200 km and a max. duration of 4 hours.

FARMING

ASSOCIATION

LABEL

Cattle for breeding and beef have a total area of at least 8.7 sqm / animal.

Grazing is specified according to availability.

The duration of animal transports must be kept as short as possible (< 8 h). The EU Organic Regulation follows the EU regulation on the protection of animals during transport.

EU

ORGANIC

LABEL

For breeding and beef cattle there is no regulation on minimum area and grazing.

Tethering is allowed.

For transports exceeding 8 hours, further rules have to be observed according to the EU regulation on the protection of animals during transport.

CONVENTIONAL

FARMING

SYNTHETIC FOOD ADDITIVES

The industry adds additives to food to influence structure, taste, colour, chemical and microbiological shelf life. This can increase utility and nutritional value or ensure trouble-free production. Both synthetic and natural additives can be used in the production of processed foods.

Prohibited

Synthetic additives are prohibited.

Just over 20 natural additives are allowed.

FARMING

ASSOCIATION

LABEL

Prohibited

Synthetic additives are prohibited.

Just over 50 natural additives are allowed.

EU

ORGANIC

LABEL

Allowed

Just over 300 synthetic and natural additives are allowed.

CONVENTIONAL

FARMING

GREENHOUSE HEATING

Heating greenhouses is generally permitted. Only the German farming associations specify regulations.

Prohibited

Greenhouses may only be heated in exceptional cases. However, this restriction does not apply to the cultivation of young plants and potted herbs.

Energy-saving heating techniques and the generation of environmentally friendly energy are recommended.

FARMING

ASSOCIATION

LABEL

Allowed

No regulations.

EU

ORGANIC

LABEL

Allowed

No regulations.

CONVENTIONAL

FARMING