Besiegelt

Biosiegel kennzeichnen Lebensmittel aus ökologischem Landbau. Die bekanntesten Biosiegel in Deutschland sind das EU-Biosiegel und die Siegel der Anbauverbände Demeter, Bioland und Naturland. Diese Station vergleicht den konventionellen Anbau mit dem EU-Biosiegel und einem deutschen Verbandssiegel anhand ausgewählter Aspekte.

Erlaubt oder Verboten?

Welche der folgenden Aussagen würdest du dem konventionellen Anbau, dem EU-Biosiegel und welche den Verbandssiegeln zuordnen? Drehe die Kärtchen um und schau, ob du richtig getippt hast.

Chemisch-synthetischer Stickstoffdünger

Im Boden befindet sich eine natürliche Menge an Stickstoff (N), der ein wichtiger Bestandteil aller lebenden Organismen ist. Um das Wachstum von Pflanzen zu unterstützen, setzt die Landwirtschaft daher Düngemittel mit zusätzlichem Stickstoff ein. Mikroorganismen verwandeln einen Teil des Stickstoffs in Lachgas (N²O), ein Treibhausgas. Befindet sich eine höhere Menge von Stickstoff im Boden als von der Natur vorgesehen, entweicht mehr Lachgas und gerät in die Atmosphäre. Die Herstellung von synthetischen Düngemitteln ist zudem sehr energieaufwendig, was mit Treibhausgas-Emission verbunden ist.

Verboten

Nur organischer Dünger ist erlaubt.

Die Gesamtstickstoffdüngermenge aus organischem Dünger darf 112 kg / Hektar / Jahr nicht überschreiten.

Verbands-

siegel

Verboten

Nur organischer Dünger ist erlaubt.

Keine Begrenzung der Gesamtstickstoffdüngermenge.

Nur der Eintrag von Stickstoff aus Wirtschaftsdünger (tierische Exkremente) ist auf max. 170 kg / Hektar / Jahr begrenzt.

EU-

Biosiegel

Erlaubt

Keine Begrenzung der Gesamtstickstoffdüngermenge

Nur der Eintrag von Stickstoff aus Wirtschaftsdünger (tierische Exkremente) ist auf max. 170 kg / Hektar / Jahr begrenzt.

Konven-

tioneller

Anbau

Synthetische Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel schützen vor Schädlingen, vernichten unerwünschte Pflanzenteile, regulieren das Wachstum oder konservieren Pflanzenerzeugnisse. Dabei werden jedoch auch Nützlinge beeinträchtigt. Eine ungeeignete Anwendung, eine zu hohe Menge, Regen und Wind können außerdem dazu führen, dass sich das Pflanzenschutzmittel auch auf andere Pflanzen auswirkt, für die es eigentlich nicht vorgesehen ist. Dies kann zu einer Einschränkung der Artenvielfalt führen. Zudem können Pflanzenschutzmittel in das Grundwasser gelangen.

Der Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln ist nicht erlaubt.

Verbands-

siegel

Synthetische Pflanzenschutzmittel dürfen nur gegen Schädlinge in Fallen mit spezifischen Lockmitteln eingesetzt werden.

EU-

Biosiegel

Synthetische Pflanzenschutzmittel dürfen grundsätzlich eingesetzt werden.

Konven-

tioneller

Anbau

Konventionelles Mischfutter

Tiere erhalten nicht nur Futter vom eigenen Hof, es ist auch erlaubt, Futter von externen Quellen hinzuzukaufen. Hier wird aber zwischen konventionellem und ökologischem Futter unterschieden. Zu den Zutaten des konventionellen Futtermittels gehören u.a. Soja aus den USA, Brasilien und Argentinien. Bis zu 80 % des weltweit produzierten Sojas wird zu Schrot für Futtermittel verarbeitet.Hinzu kommt, dass Fleisch, Eier und Milch von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden, derzeit nicht gekennzeichnet werden müssen!

Grundsätzlich darf konventionelles Mischfutter nicht eingesetzt werden.

Ausnahme: Bei Schweinen und Geflügel sind eiweißreiche konventionelle Futterzutaten wie Soja erlaubt, sofern diese nicht in Bio-Qualität verfügbar sind.

Verbands-

Siegel

Grundsätzlich darf konventionelles Mischfutter nicht eingesetzt werden.

Ausnahme: Wenn Bio-Futtermittel nicht verfügbar ist, darf konventionelles zum Einsatz kommen.

EU-

Biosiegel

Konventionelles Mischfutter darf grundsätzlich eingesetzt werden.

Konven-

tioneller

Anbau

Artgerechte Tierhaltung

Im Gegensatz zur Massentierhaltung passt sich eine artgerechte Tierhaltung an die natürlichen Verhaltensweisen der Tiere an. Das umfasst ausreichend Platz für jedes Tier, separate Bereiche für Fütterung, Koten und Liegen sowie ein gutes Stallklima. Es ist von Vorteil, wenn Verkauf und Schlachtung möglichst nah am Hof stattfinden, da die Tiere beim Transport unter Erschöpfung, Austrocknung und Stress leiden.Deutschlandweit gelten grundsätzliche Regelungen und Mindeststandards zur Tierhaltung, unabhängig von Siegeln.

Zucht- u. Mastrinder haben eine Gesamtfläche von mind. 8,7 qm / Tier.

Weidegang ist im Sommer vorgeschrieben.

Transportwege sind nur bis max. 200 km Entfernung und einer Dauer von max. 4 Stunden erlaubt.

Verbands-

siegel

Zucht- u. Mastrinder haben eine Gesamtfläche von mind. 8,7 qm / Tier.

Weidegang ist nach Verfügbarkeit vorgeschrieben.

Die Dauer von Tiertransporten muss möglichst kurz gehalten werden (< 8 St.). Die EU-Ökoverordnung folgt der EU-Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport.

EU-

Biosiegel

Zucht- und Mastrinder: Es besteht keine Regelung für Mindestfläche und Weidegang.

Die Anbindehaltung ist erlaubt.

Für Transporte, die über 8 Stunden hinausgehen, sind gemäß der EUVerordnung über den Schutz von Tieren beim Transport weitere Regeln zu beachten.

Konven-

tioneller

Anbau

Synthetische Lebensmittelzusatzstoffe

Die Industrie versieht Lebensmittel mit Zusatzstoffen, um Struktur, Geschmack, Farbe, chemische und mikrobiologische Haltbarkeit zu beeinflussen. Das kann den Gebrauchsund Nährwert steigern bzw. sorgt für eine störungsfreie Produktion. Sowohl synthetische als auch natürliche Zusatzstoffe können bei der Produktion von verarbeiteten Lebensmitteln zum Einsatz kommen.

Synthetische Zusatzstoffe sind verboten.

Es gibt knapp über 20 natürliche Zusatzstoffe, die erlaubt sind.

Verbands-

siegel

Synthetische Zusatzstoffe sind verboten.

Es gibt knapp über 50 natürliche Zusatzstoffe, die erlaubt sind.

EU-

Biosiegel

Es gibt über 300 synthetische und natürliche Zusatzstoffe, die erlaubt sind.

Konven-

tioneller

Anbau

Beheizung von Gewächshäusern

Das Beheizen von Gewächshäusern ist generell erlaubt. Nur die deutschen Verbandssiegel geben Regelungen vor.

Gewächshäuser dürfen nur in Ausnahmefällen beheizt werden. Für Jungpflanzen- und Topfkräuteranzucht jedoch gilt diese Einschränkung nicht.

-Energiesparende Heiztechniken und eine umweltfreundliche Energieerzeugung werden empfohlen.

Verbands-

siegel

Keine Regelungen.

EU-

Biosiegel

Keine Regelungen.

Konven-

tioneller

Anbau

Under Construction

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